20 wichtige Erfahrungen eines Bloggers

Ich habe beim Surfen etwas lustiges und auch wichtiges entdeckt und will es Euch nicht vorenthalten:

Welche Sätze man vermeiden, welche Stimmungen man erwarten und welche Realitäten man nicht aus den Augen verlieren sollte, wenn man sich entschließt, ein eigenes Blog zu beginnen.

1. ”Oh man, bist du hässlich! Und wie kommst du überhaupt darauf, so einen Quatsch zu schreiben? Das stimmt doch gar nicht!“ Auf solche Kommentare musst du dich als Blogger gefasst machen. Mögliche Reaktionen gibt es, grob zusammengefasst, drei: 1. Weinen, das Weblog löschen und nie wieder ins Internet gehen. 2. Sofort eine wütend-kindische Antwort auf den Kommentar schreiben und dich anschließend über dich selbst ärgern, weil du dem Störenfried deine Zeit und Zeilen geschenkt hast. 3. Den Kommentar löschen und dich über die zehn anderen freuen, die deinen Text alle ganz wunderbar und dich äußerst gut aussehend finden.

2. Ein schönes Kunstwerk gepostet oder auch nur den Link zu einem tollen Song – schwupps, schon gibt’s Post vom Anwalt. Inzwischen haben sich ganze Kanzleien darauf spezialisiert, nichtsahnende Blogger abzumahnen. Das kann teuer werden.

3.
 Aus Langeweile Blogs lesen: geht klar. Aus Langeweile bloggen: bloß nicht! Wenn du anfängst, zu bloggen, weil du nun mal so gern bloggen würdest, aber gar nicht weißt, worüber du bloggen sollst, und deshalb übers Nichtbloggen bloggst – dann überträgst du deine Langeweile auf den Leser und siehst ihn nie wieder.

4. Ein kurzes Wort zum Auslandsblog: Du darfst gern ein wunderschönes Weblog einrichten, bevor du ins Austauschjahr, den Freiwilligendienst oder das Auslandssemester abdüst. Aber warte mit dem Verbreiten der Adresse, bis du mindestens einen Monat da bist. Spätestens dann merken nämlich 90 Prozent aller Auslandsblogger, dass sie eigentlich gar keine Zeit und Lust haben, dauernd für das verregnete, viel zu weit entfernte Zuhause aufzuschreiben, was sie gerade alles Geiles erleben. Zumal du während des Schreibens bestimmt die durchgeknallte Sophomore-Party oder die Schildkröten-Eiablage am Strand verpasst.


5.
 Buchhändler, Pizzaboten, Prostituierte – alle schreiben sehr unterhaltsame und erfolgreiche Jobblogs. Der Trick ist, weder seinen Namen noch Arbeitgeber oder Wohnort zu nennen. Sonst ist der Job – und damit auch der Inhalt – ganz schnell weg.

6. Auch Festnahmen oder körperliche Angriffe auf Blogger sind nicht selten. Zumindest nicht, wenn man aus Burma, dem Iran, Syrien, Kuba oder Saudi-Arabien bloggt. Das sind laut dem New Yorker „Committee to Protect Journalists“ die Top Fünf der gefährlichsten Länder für Blogger.

7. Selbst, wenn du nie jemandem aus der „realen“ Welt von deinen Bloggerambitionen erzählt hast, ist es doch nicht unwahrscheinlich, dass deine Mama, dein Lehrer, dein Chef oder dein Ex mitlesen. Vielleicht sogar alle vier. Siehe hierzu Punkt 5 und 17.

8. Angeblich sind die Weblogs am erfolgreichsten, die sich ausschließlich einem bestimmten Thema widmen. Aber Vorsicht: Kochbloggen macht dick! Reisebloggen macht arm! Arztbloggen macht krank.

9. Selbstüberschätzung ist eine üble Bloggerfalle. Manche scheinen wirklich davon überzeugt zu sein, dass „irgendwo da draußen“ ein Riesenpublikum heimlich mitliest – obwohl eigentlich nur Mama und Papa ab und zu vorbeisurfen. Besonders peinlich: Sätze wie „Und was meint ihr?“ oder „Ich bin gespannt, was ihr dazu zu sagen habt!“.

10. Wenn man einmal seinen Blogrhytmus gefunden hat, gibt es immer noch eine ständige Bedrohung (vorausgesetzt, es geht nicht um Streetstyle-Fotos oder lustige Internetvideos): dass einem die Themen ausgehen. Dann lieber still bleiben (siehe Punkt 3).

11. Um eben dieses Themenloch zu umgehen, neigt mancher Blogger dazu, mit dem „Blogblick“ durch die Welt zu laufen: Egal ob beim Kochen, im Kino, in der Kirche oder auf dem Klo, immer hat er die gleiche Frage im Hinterkopf: „Könnte ich das vielleicht bloggen?“ Das ist genauso schrecklich, wie den ganzen Urlaub bloß durch den Sucher der Fotokamera zu sehen.

12. Du solltest aufpassen, wenn auf deiner Einkaufsliste plötzlich „Collegeblog, kariert“ steht.

13. Sollte dein Weblog natürlich „Collegeblog“ heißen (oder „Zementblog“, „Abgeblogt“, „New Kid From The Blog“), dann ist das zwar blöd – ändern solltest du es trotzdem nicht mehr. Blogger, die, weil sie keine Besucher haben oder ihr Layout nicht mehr mögen, hinschmeißen und noch mal neu anfangen, machen alles nur noch schlimmer.

14. Überleg dir gut, ob du dich und dein kleines liebes Weblog wirklich in die große grausame PR-Welt stürzen willst. Inzwischen gibt es jede Menge Agenturen, die dich bestimmte Angebote testen lassen, dir dolle Sachen umsonst schicken oder Rabatte geben, solange du nur darüber bloggst. Der Leser reagiert darauf aber mitunter verstimmt. Die bekannte Cartoon-Bloggerin Ute Hamelmann hat die Kritik an ihrem Auftritt in einer Vodafone-Kampagne so genervt, dass sie ihr Blog nun nicht mehr aktualisiert.

15. Die guten alten Tageszeitungen werden dich als Blogger wahrscheinlich nicht ernst nehmen. Auch nicht, wenn du sie verlinkst.

16. Sowieso hilft es, wenn man sich selbst als Blogger nicht allzu ernst nimmt. Sonst besteht die Gefahr, dass man so ein Punkt 7-Blogger wird. Oder haltet ihr das für Quatsch?

17. Werde nicht zu privat. Blogge nichts, was du nicht auch dem Busfahrer oder der netten Arzthelferin erzählen würdest. Sonst weiß bald jeder potentielle Stalker, wo du wohnst, jeder Dieb, wann du außer Haus bist, und das Finanzamt, wie viel du wirklich verdienst.

18. Dieses blöde Gefühl, ja, diese Wut, die sich damals im Kunstunterricht einstellte, wenn der Sitznachbar ganz dreist abmalte – die gibt’s beim Bloggen auch noch. Die nette und unproblematische Version sind Verlinkungen und Trackbacks. Solange die auch in dem fremden Eintrag stehen, hast du keinen Grund, wütend zu sein. Die fiese Version sind Texte, Fotos, Illustrationen von dir, die irgendein blöder Bloggenosse als die seinen ausgibt. Dann darfst du auf jeden Fall wütend sein, brüllende E-Mails schreiben und mit einer Klage drohen. Der Blödmann!

19. Nur, weil du nicht weißt, wofür die Abkürzung RSS steht, solltest du das nicht als unnötig abtun. Ein Blog ohne RSS-Feed, also ohne Abo-Möglichkeit, wird heutzutage niemals eine richtige Stammleserschaft bekommen.

20. Das Internet vergisst nichts. Was du heute bloggst, liest in einem Jahr dein neuer Schwarm, in fünf Jahren irgendein Personaler und in fünfzehn Jahren dein Kind. Und das fragt dich dann, was das Geblogge eigentlich soll. Hoffentlich antwortest du ihm, dass es trotz allem einfach unheimlich Spaß macht.

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